Warum das richtige Zuggewicht Ihres Bogens so wichtig ist

Heute möchte Ihnen anhand einer Begebenheit aus dem vergangenen Sommer schildern, warum es so wichtig ist, einen Bogen mit dem richtigen Zuggewicht zu schießen.

Wir waren auf unserem Bogenschießplatz am SchiederSee (den wir leider jetzt nicht mehr betreiben) und haben die Pausen während unseres Schnupperschießens genutzt, einige Fotos für unser neues Buch zu machen. Kerstin, unser Model, ist eine erfahrene Bogenschützin, die einen olympischen Recurvebogen schießt. Da aber ihr Bogen für die geplanten Bilder nur bedingt geeignet war, hatte ich meinen Recurvebogen mitgebracht. Den sollte Kerstin schießen und ich würde dann Fotos vom Schussablauf machen.

Kampf mit dem zu starken Bogen – Foto: © Martina Berg (www.bogensportblog.de)

Eigentlich kein Problem – dachten wir. Die „paar Pfund“ Zuggewicht mehr würden für die wenigen Probeschüsse für die Fotos wohl keinen Unterschied machen.

Aber Pustekuchen: Kerstins „Wohlfühl-Zuggewicht“ beträgt 22 Pfund bei einer Bogenlänge von 68 Zoll. Mein Bogen ist nur 66 Zoll lang und hat ein Zuggewicht von 30 Pfund. Aufgrund der geringeren Länge ist das Zuggewicht „auf den Fingern“ noch etwas mehr. Also circa 10 bis 12 Pfund mehr als Kerstin es gewohnt ist.

Und so kam es, wie es kommen musste: Der doch erheblich stärkere Bogen führte dazu, dass Kerstin fast ausschließlich damit kämpfte, den Bogen zu ziehen und Ihre Technik dabei völlig vernachlässigte. Der Bogenarm drehte nach innen und die Sehne schlug an den Arm. Sie blieb hinter dem Armschutz hängen und riss diesen mit nach vorne. Der Armschutz verhinderte zwar einen schmerzhaften Bluterguss, die Sehne wurde aber extrem abgelenkt und der Pfeil fand nur noch mit Mühe den Weg auf die Scheibe.

Genau diesen Moment konnte ich glücklicherweise im Foto festhalten:

Die Sehne schlägt an den Arm und reißt den Armschutz nach vorne – Foto: © Martina Berg (www.bogensportblog.de)

Links sieht man den verrutschten Armschutz, dann die noch vibrierende Sehne und sogar noch den Pfeil, der gerade die Pfeilauflage verlässt.

Mit ihrem eigenen Bogen wäre Kerstin das nicht passiert. Denn das Zuggewicht und die Größe ihres Bogens waren genau richtig für ihren damaligen Trainingszustand und ihre körperliche Konstitution. Damit klappte auch ein technisch sauberer Schuss.

Beim individuellen Training mit dem eigenen, „richtigen“ Bogen klappte es auch wieder mit der Technik – Foto: © Martina Berg (www.bogensportblog.de)

Daher nochmals der gute Rat: Wählen Sie niemals einen Bogen mit zu hohem Zuggewicht. Gerade am Anfang einer Bogensportkarriere schadet ein zu hohes Zuggewicht ungemein. Wie Sie Ihr persönliches Zuggewicht ermitteln, habe ich hier kürzlich ausführlich beschrieben.

Buchtipps:

Text und Fotos: © Martina Berg

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