Schutz von Pfeilen mit Naturfedern vor Nässe

Jetzt im Sommer stellt sich diese Frage nicht ganz so häufig, doch immer wieder wird sie an uns gestellt: wie schützt man seine Naturfedern (*) am besten vor Nässe? Ist das überhaupt notwendig?

Beeinflussen nasse Naturfedern den Pfeilflug?

Bei einem gut auf den Bogen abgestimmten Pfeilschaft beeinflussen nasse Federn den Flug des Pfeils eigentlich nicht. Die Abstimmung erfolgt durch einen Rohschaft-Test (auch Blankschaft-Test genannt). Ein derart ausgewählter Pfeil fliegt auch mit nassen, „angeklatschten“ Federn problemlos so, wie er soll.

Blankschaft-Test – Foto: © Martina Berg (www.bogensportblog.de)

Pfeilschäfte, die nicht optimal abgestimmt sind (und mal ehrlich, die meisten Schützen gehen in dieser Hinsicht oft einen Kompromiss ein oder wissen es einfach nicht besser), fliegen mit trockenen Federn einfach besser. Außerdem stört mich die „nasse-Katzen-Optik“ bei meinen Pfeilen doch sehr stark. Ich versuche daher, meine Naturfedern so lange wie möglich vor Regen zu schützen.

Pfeilröhre statt Köcher für die Pfeile verwenden

Wenn absehbar ist, dass es stärkeren, langandauernden Regen gibt und ich trotzdem draußen schießen muss, dann nehme ich statt meines Köchers eine verschließbare Plastik-Pfeilröhre mit. Meine spezielle „Regenschutzröhre“ habe ich im Boden mit einigen Löchern versehen, damit eventuell in die Röhre geratenes Wasser direkt wieder abfließen kann. Klar ist es etwas nervig, zum Entnehmen eines Pfeils immer die Schutzkappe abnehmen zu müssen. Aber die Pfeile bleiben so recht lange trocken (klar, irgendwann sind sie dann doch nass).

Plastiktüte über die Pfeilenden ziehen

Eine simple Plastiktüte (Einfrierbeutel oder Zipp-Beutel) habe ich immer in meinem Köcher dabei. Bei einem plötzlichen Platzregen ziehe ich die über die Pfeile in meinem Köcher. Das ist einfach und effektiv.

Naturfeder-Pfeile mit Plastiktüte – Foto: © Martina Berg (www.bogensportblog.de)

Federn imprägnieren

Zusätzlichen Schutz bietet die Imprägnierung der Federn mit einem der folgenden Mittel:

Ballistol-Imprägnierspray (*)
Zwar nicht speziell für Naturfedern gedacht, funktioniert aber. Einsprühen und dann am besten über Nacht trocknen lassen.

Silikonspray (*)
Habe ich selber noch nicht ausprobiert, die Empfehlung kam von einem erfahrenen 3D-Bogenschützen. Ich bin da etwas skeptisch, ob das auf Dauer gut für die Federn ist.

Entenbürzelfett
Ein empfehlenswertes Naturprodukt, das auch Angler sehr gern für Ihre Köder verwenden. Zwischen Daumen und Zeigefinger gut verreiben, damit es flüssiger wird. Dann vorsichtig auf die Federn auftragen.

Entenbürzelfett

Bohning Feather-Dri (*)
Speziell für den Federnschutz an Pfeilen produziertes Pulver von der Firma Bohning.

Gateway wasserabweisendes Puder (*)
Ein ähnliches Pulver wie das von Bohning.

Nasse Federn wieder richten und trocknen

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen: Pfeilfedern werden immer mal wieder nass werden. Damit sie danach wieder schön aussehen, sollten Sie sie vorsichtig in Wasserdampf (über einem Topf mit kochendem Wasser oder der Tülle eines Wasserkochers) drehen, bis sich die Federn wieder ausgerichtet haben. Dann am besten aufrecht in einem Pfeilständer an der Luft trocknen lassen.

Und wer diesem Problem auf Dauer aus dem Weg gehen will: einfach Plastikvanes (*) statt Naturfedern verwenden! 😉

Ja, ich oute mich hiermit als Schönwetter-Schützin – wenn es eben geht, dann gehe ich nur bei schönem Wetter auf den Parcours. Und ich schieße bei Regenwetter in der Regel Vanes mit meinem Langbogen!

Buchtipps:

Text & Fotos: © Martina Berg (www.bogensportblog.de)

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Ein Kommentar

  1. Eine Vielzahl von Bogenschützen schwören auf das Mittel ihrer Wahl. Die Vorlieben sind da fast so vielfälltig wie das Lebens. Ich für mein Teil favorisiere die Produkte der B*llist*l-Serie. Muskelzerrung, Kratzer am Unterarm oder pudelnasse Federn ? Für jeden ist etwas dabei. Die Mittelchen standen zuhause (die Pfeile mit den vanes auch), der Regen war da und die Anspannung dito, was denn jetzt tun gegen die Nässe in den Federn auf dem Parcour ? Ganz einfach: die Pfeile in den Händen quirlen, die entstehende Fluggeschwindigkeit des Pfeiles nach dem Lösen tut ihr übriges. Klar, die Pfeile fliegen nicht ganz so wie gewohnt, der FOC ist leicht verändert, die Fluggeschwindigkeit verringert, ein Schönheitswettwerb steht hoffentlich nicht an. Viel Übung (vorher) bringt zumeist mit gut abgestimmten Pfeilen das erhoffte Ergebnis, man kennt ja sein Material ;-). Ähm, deswegen bei Sonnenschein mal dem einen oder anderen Pfeil eine Abkühlung gönnen und ihn in ein Glas mit Wasser tauchen (weiter siehe oben)………. Die Magie von heissem Wasserdampf bringt ihn abschließend wieder in Form.
    Alle ins Kill.

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