Draußen auf Schießplätzen sind Stramit-Scheiben (*) (auch Karphos-Scheiben genannt) bei vielen Vereinen immer noch Standard. Stramit ist extrem stark gepresstes Stroh, dass recht preiswert ist und auch Pfeile der superschnellen Compoundbögen gut stoppt.

Ummantelt sind die Stramit-Scheiben mit einem Metallring, der ein Eindringen von Regenwasser in die Scheibe verhindert. Sie sind witterungsbeständig, werden aber im Winter doch meist drinnen gelagert, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Keinesfalls sollte man diese Scheiben mit Plastiküberzügen abdecken. Der vermeintliche Nässeschutz führt zu einer vorzeitigen Alterung der Scheiben. Das dadurch entstehende Treibhausklima führt zu Verrottung und fördert oft auch ein gutes Pilzwachstum auf den Scheiben! Nasse Scheiben werden am besten durch Wind und Wetter wieder trocken.

Stramit-Scheiben sind sehr schwer und man braucht mindestens zwei, besser aber vier Personen, um sie zu bewegen. Das hohe Gewicht stellt aber gleichzeitig einen recht wirksamen Diebstahlschutz dar. Die großen Turnierscheiben (Durchmesser ca. 126 cm) wiegen immerhin etwa 85 Kilogramm.
Für jede Stramit-Scheibe benötigt man auch einen stabilen Scheibenständer (*) (siehe Foto oben), der das Gewicht der Scheibe auch bei starkem Wind und vor allem beim Ziehen der Pfeile gut halten kann.

Zusätzlich sollte eine Stramit-Scheibe aus Sicherheitsgründen möglichst mit einem Seil oder einer Kette im Boden verankert werden. So wird verhindert, dass die Scheibe beim Ziehen der Pfeile vom Ständer gerissen wird. Eine umkippende Scheibe zerstört nicht nur die noch in der Scheibe steckenden Pfeile, sondern ist auch für die Schützen sehr gefährlich. Glauben Sie mir, es gibt wahrlich schönere Erfahrungen als eine 85 kg schwere Scheibe, die einem auf die Füße fällt.

Auf den beiden obigen Fotos sieht man sehr schön, dass die Scheiben aus einzelnen Streifen zusammengesetzt sind. Ein wenig handwerkliches Geschick vorausgesetzt, lassen sich dieses Streifen einzeln austauschen. Dazu sollte man aber auch das passende Werkzeug haben, um den umschließenden Metallring wieder richtig anbringen und befestigen zu können.
Für den Schießplatz im eigenen Garten gibt es kleinere Scheiben aus Stramit, die wegen der geringeren Dicke nicht ganz so langlebig sind wie ihre großen Brüder. Dafür lassen sie sich aber gut von einer Person heben. Sie werden oft unter dem Begriff Karphos gehandelt und sind für das heimische Training durchaus empfehlenswert.
Ein besonderer Vorteil von Stramit-Scheiben ist die umweltfreundliche Entsorgung: weil die Scheiben aus Stroh sind, verrotten Sie vollständig. Lediglich der Metallring bleibt übrig.
Ich persönlich nutze aber für meine heimische Schießbahn im Garten allerdings lieber eine kleine Lamellen-Scheibe (*). Diese ist handlicher und leichter zu transportieren.
Buchtipps:
- Richtig schießen mit dem Recurvebogen (*)
- Richtig schießen mit dem Compoundbogen (*)
- Schießbuch für Bogenschützen (*)
Text und Fotos: © Martina Berg (www.bogensportblog.de)

Martina Berg war lange Jahre Inhaberin von Bogensport Deutschland. Jetzt ist sie im Ruhestand und hat endlich Zeit für ihre Hobbies: Bogenschießen (Blankbogen, traditioneller Jagdrecurve), Fotografieren und Kunst. Zusammen mit Bert Mehlhaff schreibt sie Bücher für Bogenschützen.
Bin Neuling und möchte mit einer Armbrust schiessen